9) Zwischenkommentar anlässlich einer Preisverleihung

Goethe ist ein Ereignis der Geschichte des deutschen Geistes – Nietzsche meinte, ein folgenloses. Dieser würde auf den ersten Satz [!] des R. Safranski folgendes sagen: Goethe — kein deutsches Ereigniss, sondern ein europäisches […] Aber man missversteht grosse Menschen, wenn man sie aus der armseligen Perspektive eines öffentlichen Nutzens ansieht. (Götzen-Dämmerung, Streifzüge eines Unzeitgemässen, www.textlog.de/8137.html, Stand 4.6.2014)

Gleich zu Beginn ein großes Mißverständnis des Autors mit Nietzsche, über den er auch eine Biografie verfasst hat, für die er gelobt wurde und für die er als ein Bestandteil seines Lebenswerkes mit dem Thomas-Mann-Preis 2014 geehrt wird. Seit drei Jahrzehnten leistet der Autor glänzender Monografien eindringliche Erinnerungsarbeit, die einer großen Leserschaft die Begegnung und Auseinandersetzung mit dem philosophischen und literarischen Erbe der deutschen Geistesgeschichte ermöglicht, heißt es in der Begründung. Das ist ein schöner Anspruch und der verdient einen Preis, Glückwunsch.

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